Götzendienst
Falscher Führer
Es ist verboten, alle Hoffnung und Zuversicht in einen Menschen zu setzen
04.02.2010 – von Rabbiner Walter Rothschild
missbrauch Wir wissen, wozu ein Volk fähig ist, wenn es nur an sich selbst und seinen Führer glaubt. Schlimm ist der Missbrauch des Gottesnamens (2. Buch Moses 20,7). Tausende Beispiele gibt es dafür, nur eines sei genannt: In einer Rede vor dem Reichsverband der Automobilindustrie sagte der deutsche Reichsverkehrsminister Julius Dorpmüller im Februar 1938: »Bei dieser Arbeit ziehen wir unsere Hoffnung aus dem Glauben an die friedliche und zähe Kraft unseres Volkes und an den Mann, dem Gott die Führung dieses Volkes in die Hand gegeben hat. In ihm vereinigen sich all unsere Hoffnungen, unsere Wünsche und unsere Zuversicht.«
Welch Frevel, alle Zuversicht, Hoffnung und Wünsche in einen Menschen zu setzen! Die Folgen davon reichen, wie wir wissen, bis in die dritte und vierte Generation. Die sogenannten Zehn Gebote aber sind nach wie vor hoch aktuell und werden es auch in Zukunft bleiben. Denn jede Zeit braucht Verbote gegen Mord, Neid, Raub, Ehebruch, Lüge und falsche Götter genauso wie Gebote für Ruhe, Besinnung und Respekt vor dem Schöpfer und seiner Schöpfung.
Der Autor ist Landesrabbiner der liberalen Gemeinden von Schleswig-Holstein.
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