Geschenk
Masel Tov in Braunschweig
Das Ehepaar Taube hat eine neue Torarolle gestiftet – am Sonntag wurde sie eingebracht
04.02.2010 – von Heide Sobotka
vollendung Schließlich steht der Sofer auf. Es ist vollbracht. Ein herzliches Masel Tov löst die Spannung. Die Versammelten singen voll Dankbarkeit und Freude über diesen besonderen Akt. Während Goldmann fein säuberlich die Tintenfläschchen verschließt, den Federkiel säubert, können die letzten Buchstaben trocknen. Rabbiner Sievers entrollt das Pergament und hält die rund zwölf Kilogramm schwere Rolle an den beiden Spindeln in die Höhe, damit sie jeder sehen kann. In den roten Toramantel gekleidet, mit Schild, Zeiger und Krone versehen, trägt der Rabbiner die neue Tora unter der Chuppa zurück in die Synagoge und stellt sie in den Aron Hakodesch.
An diesem Tag dankt Renate Wagner-Redding nicht nur dem verstorbenen Ehepaar Taube sel.A. für die großzügige Gabe – allein die Tora hat 42.000 Dollar gekostet. Ihr ehrlicher Dank geht auch an Sara-Ruth Schumann, die den Toraschmuck entworfen und die beiden Mäntel, einen weißen für die Hohen Feiertage und den roten für die übrige Zeit, genäht hat. »Für uns ist dies ein ganz besonderer Tag«, hatte Renate Wagner-Redding schon zu Beginn der Feier betont. Als außerordentliches Fest geht sie zu Ende.
Yaacov Goldmann aber macht sich müde und stark erkältet im überfüllten Zug via Berlin nach Hause auf und lässt die Torarolle zurück. Ein Jahr lang hat der Sofer Gil Ofer an ihr in Israel geschrieben. Nun ist sie für immer dem Ehepaar Taube gewidmet und steht in Braunschweig.
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