Konsum

Fromme Wünsche

Die Wirtschaft stellt sich immer mehr auf orthodoxe Kunden ein

04.02.2010 – von Pierre HeumannPierre Heumann


Einfluss Die Orthodoxen sind zwar nur eine Minderheit. Immer wieder sind sie aber in der Lage, ihre Weltanschauung der säkularen Mehrheit des Landes aufzuzwingen. Da sie gut organisiert sind, sind sie dazu nicht auf Werbeagenturen angewiesen. Als zum Beispiel die Modekette Fox das israelische Supermodel Bar Refaeli und einen landesweit bekannten Star aus einer Reality-TV-Serie leicht bekleidet und im Großformat werben ließ, reagierten die Frommen empört. Sie drohten mit Sanktionen gegen die »schockierende Werbekampagne«. Die Manager der Modekette gaben nach, mit Rücksicht auf die Umsätze, und ersetzten das umstrittene Poster durch brave Bilder.

Fox ist kein Einzelfall. So setzten die Orthodoxen durch, dass die nationale Airline ihre 36 Maschinen am heiligen Ruhetag, dem Schabbat, nicht starten lässt. Das reduziert zwar den Umsatz (und den Gewinn) massiv. Hätte sich EL AL dem Druck aber nicht gebeugt, wäre es zu einem Boykott durch die strenggläubigen Passagiere gekommen. Und der hätte durch keine noch so große Werbekampagne aufgehalten werden können.



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