high-tech

Nacktscanner für Gedanken

Israelische Firmen entwickeln neue Terroristen-Frühwarnsysteme

28.01.2010 – von Gil YaronGil Yaron


Wo genau weCU zum Einsatz kommen soll, ist vorerst geheim. Doch schon jetzt setzt Israel in der Flugsicherheit auf High-Tech, die oft vor Ort entwickelt und erstmals eingesetzt wird. In der Kommandozentrale des Flughafens läuft die Information aus Hunderten Stellen zusammen. »Wir wissen zu jedem Zeitpunkt, wer sich wo befindet«, sagt Guy Zuri, der als Direktor der Sicherheitsabteilung der Exportbehörde dafür verantwortlich ist, israelisches Know-How in alle Welt zu verkaufen. Der Ben-Gurion-Flughafen hat nur zwei Einfahrten, jedes Nummernschild wird elektronisch erfasst und analysiert. Das von einem elektronischen Zaun umgebene Areal wird mit mehr als 800 Videokameras überwacht. Angestellte erhalten einen biometrischen Ausweis. »Selbst die Schlüssel sind elektronisch kodiert: Jeder hat nur zu begrenzten Uhrzeiten und zu bestimmten Bereichen Zugang«, sagt Zuri. Technologien erweitern den Umkreis, in dem für Sicherheit gesorgt wird. Elektro-optische Geräte erfassen jede Bewegung in weiter Entfernung. Die Bewegungen werden von Computern analysiert. Sind sie verdächtig, sendet das System eine Patrouille aus.

gesichert Neue Technik soll schon in naher Zukunft Sicherheitsbeamte und Bodenpersonal an vielen Stellen überflüssig machen. Die Firma Nemesysco entwickelte eine Software, die anhand der Stimme Stress erkennen und so Verdächtige in einem einfachen Gespräch »heraushören« kann. Und die Firma C-True brachte bereits eine Gesichtserkennungssoftware auf den Markt. Sie soll in Zukunft die Boardingkarte ersetzen und Fälschungen erheblich erschweren. Schon lange können Israelis mit Hilfe einer Magnetkarte und ihrem Fingerabdruck ein- und ausreisen. Das macht den Grenzbeamten überflüssig. »Wir hoffen, in drei Jahren Maschinen einzusetzen, die 80 Prozent der Sicherheitschecks ersetzen und das lange Warten überflüssig machen«, sagt Zuri. Der Flughafen in Tel Aviv soll damit noch sicherer und bequemer werden.

Doch Ehud Givons Firma weCU hat es nicht nur auf Flugsicherheit abgesehen. »Das System ist universell einsetzbar. Die Stimuli können beliebig ersetzt werden. Man kann die Maschine theoretisch dazu nutzen, um Weinkenner oder Pädophile auszumachen«, sagt Givon. Auch in Europa soll man sich für das neue Sicherheitssystem bereits interessieren.



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