USA
Baum der Erkenntnis
Wie ich zwei Monate in luftiger Höhe auf Ästen lebte. Ein Erfahrungsbericht zu Tu Bischwat
28.01.2010 – von Yoni Stadlin
Wagnis In wenigen Tagen ist Tu Bischwat, da feiern wir den Geburtstag der Bäume und erzählen die Geschichte von Honi, dem Kreiszeichner. Der fragte einen alten Mann, warum er einen Johannisbrotbaum pflanzte, obwohl es Jahrzehnte dauert, bis diese Bäume Früchte hervorbringen. Der alte Mann sagte, er habe ihn den künftigen Generationen zuliebe gepflanzt. Aus diesen und unzähligen anderen jüdischen Überlieferungen habe ich gelernt, für künftige Generationen zu planen, unsere Bäume zu lieben, unsere Eltern zu achten. Und für das, was ich schätze und woran ich glaube, gehe ich auch mal ein Wagnis ein.
Unsere Schöpfungsgeschichte berichtet, dass die Menschen in einem kostbaren Garten lebten und dass sie mit der Verantwortung gesegnet wurden, für den Garten zu sorgen. Ich glaube, dass es den Garten noch gibt: Er wird sichtbar, wenn wir die Natur als Segen erkennen und die Verantwortung für ihr Wohlergehen übernehmen.
Der neue große »Baum«, auf dem ich sitze, ist ein jüdisches Umweltschutz-Sommerlager. Mithilfe zweier Stiftungen ist das Eden Village Camp Wirklichkeit geworden. Es liegt auf einem Quadratkilometer Land an einem herrlichen See, eine Autostunde nördlich von New York, umgeben von einem Naturschutzgebiet. Unser Ziel ist es, Generationen von jüdisch motivierten Weltverbesserern zu inspirieren, die die Kraft spüren, nach ihren Überzeugungen zu handeln.
Der Autor ist Gründungsdirektor des Eden Village Camps.
www.edenvillagecamp.org
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