Naturkatastrophen
»Ein Desaster«
Israel rechnet mit starkem Erdbeben – ist aber nicht vorbereitet
28.01.2010 – von Sabine Brandes
Dabei sind es vor allem die öffentlichen Bauten wie Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser, die dringend Verbesserung benötigen. Die meisten von ihnen sind vor 1980 gebaut worden. Daher ist die Angst vor einem Erdbeben in den Morgenstunden am größten, wenn sich die Bevölkerung in den unsicheren Gebäuden aufhält, die dann schnell zu Todesfallen werden können. Auch die antiken Kunstschätze von Gamla über Caesarea bis zur Jerusalemer Altstadt, die Israels Charakter ausmachen, sind nicht geschützt und würden bei einem starken Beben wahrscheinlich unwiederbringlich zu Staub zerfallen.
Frühwarnsystem Ebenso mangelhaft ist die Frühwarnung der Bevölkerung im Notfall, ein nationales Warnsystem ist schlicht nicht vorhanden. Diese Art von Frühwarnsystemen sendet Signale anhand von Sensoren, die an den Erdplatten angebracht sind. In sämtlichen Gebäuden, die als unsicher gelten, könnten Sirenen installiert werden. Damit hätten die Menschen bis zu 60 Sekunden Zeit, sich in Sicherheit zu bringen, bevor die Schockwellen die Häuser erreichen. Derartige Systeme gibt es in erdbebengefährdeten Regionen wie der Türkei, Japan, Italien sowie Kalifornien.
Der Verteidigungshaushalt in Milliardenhöhe ist für jede Regierung selbstverständlich, um die Bevölkerung vor eventuellen Angriffen feindlicher Nachbarländer oder dem Iran zu schützen. Der Antrag eines Knessetmitgliedes auf Bereitstellung von Geldern zur Verstärkung öffentlicher Gebäude hingegen ist 2009 nicht bewilligt worden. Wenn woanders die Erde bebt, sind die Israelis immer mit als Erste zur Stelle, um zu helfen. Es wird Zeit, jetzt endlich auch einmal vor der eigenen Haustür aufzuräumen. Bevor der Erstfall eintritt.
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