Einsatz

Freiheit retten

Was der Schoa-Gedenktag mit dem Krieg gegen die Taliban in Afghanistan zu tun hat

28.01.2010 – von Gideon Römer-HillebrechtGideon Römer-Hillebrecht


Moderne Ob global oder in unserem Land: Die Vorstellung, wir stünden auf der einen und die Muslime als Bedrohung auf der anderen Seite, schadet letzten Endes uns selbst. Wir dürfen nicht die Logik der Radikalen übernehmen und ganze Bevölkerungsgruppen ausgrenzen. Wenn wir anfangen, in ethnischen Blöcken zu denken, müssen gerade wir Juden in der Diaspora uns bald fragen, wo wir selbst hingehören. Doch das wollen wir nicht. Gerade die kosmopolitischen Züge des Judentums sind ein Vorteil, der uns flexibel mit neuen Herausforderungen umgehen lässt. Und ein Vorteil der modernen westlichen Welt.

Ob Kopftuch, Minarett oder Burkini – alle muslimischen Symbole mit Islamismus gleichzusetzen, ist fatal. Es widerspricht der Aufklärung und gefährdet den Kern unserer pluralistischen Gesellschaft. Wir kehren sonst zurück zum Verständnis eines homogenen Volkes, in dem fremde Einflüsse nichts zu suchen haben. Gerade wir Juden wissen, was das bedeutet. Auch deshalb verteidigen wir unsere Freiheit am Hindukusch.

Der Autor ist Oberstleutnant im Generalstab der Bundeswehr, stellvertretender Vorsitzender des Bundes jüdischer Soldaten (RjF) und Staatswissenschaftler. Der Text gibt seine persönliche Meinung wieder.



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