Neulich beim Kiddusch
Zionistischer Trockenschwimmer
Was einem in der Synagoge alles passieren kann
21.01.2010 – von Chajm Guski
Als ich wenig später das nächste Mal in London war, fand ich die beiden zunächst nicht, sah aber dann, wie sie sich zu Pablo setzten. Aus Argentinien sei er, aha, und warum lebe er nicht in Israel, wollten sie wissen. Alle Juden sollten in Israel leben, denn nur dort könnten sie frei sein. Pablo sah zerknirscht aus und fuhr mit dem Finger nervös über den Tisch. Um die Situation für Pablo zu entspannen, warf ich, von der Seite kommend, ein: »Wenn wir in zehn Jahren alle in Israel leben, treffen wir uns auf einen Kaffee bei mir zu Hause«, schüttelte fröhlich die Hände meiner neuen Freunde und überlächelte mein schlechtes Gewissen ihnen gegenüber.
Noch immer hatte ich keine Antwort auf ihre Fragen. Geschickt mogelte ich mich am Thema vorbei. Wir tauschten Visitenkarten und hielten später sporadisch Kontakt per E-Mail. Dann gab es eine kleine Pause. Sicher waren sie mit ihrem Umzug beschäftigt. Waren sie auch. Denn eines Tages erreichte mich die Einladung zu einer »House warming party«. »Wir sind froh, endlich angekommen zu sein in unserem eigenen kleinen Haus. Falls Ihr in Berlin seid – feiert mit uns unser neues Zuhause«.
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