Themenabend

Chassidisches Blumenkind

Über das Leben von Rabbiner Shlomo Carlebach sel. A.

21.01.2010 – von Miryam GümbelMiryam Gümbel


Innovativ Carlebach habe immer wieder betont, dass in einer Generation ein Drittel des jüdischen Volkes in der Schoa verloren gegangen sei. »Jetzt dürfen wir nicht einen einzigen mehr verlieren.« Die unkonventionellen Wege, die Rabbi Shlomo Carlebach dabei ging, illustrierte der Film, der im Hubert-Burda-Saal gezeigt wurde. IKG-Gemeinderabbiner Steven Langnas bekannte denn auch, dass er sich als Junge überhaupt nicht habe vorstellen können, dass Rabbi Carlebach einer bedeutenden deutschen Rabbinerfamilie entstamme. Er hatte ihn mit elf oder zwölf Jahren in einem Sommer-Camp in seiner amerikanischen Heimat erlebt. Für ihn war er damals ein »chassidisches Blumenkind«.

Die Ausstrahlung der Blumenkinder-Generation von Woodstock berührte auch die Besucher im Hubert-Burda-Saal. Ob man etwas von der Atmosphäre, wie sie der Film gezeigt hat, in den Alltag von heute retten könne, war eine der Fragen aus dem Publikum. Zum Erstaunen mancher stellte Rabbiner Langnas das Fortleben der Kompositionen Carlebachs im Repertoire des Münchner Synagogenchors heraus. Und Marcus Schroll sprach von der Begeisterung, mit der die Schüler bei der Sache waren, wenn es um das Thema Carlebach sowohl in seinen Schriften wie in seiner Musik geht. Besonders angetan seien die Jugendlichen, wenn die Religionslehrerin Michaela Rychla dabei auf ihrer Gitarre spielt. Diese Erfahrung hat auch Rabbiner Yechiel Brukner gemacht, der für Torah MiZion in München ist. Er selbst war bereits als Madrich von Rabbi Shlomo begeistert. Die Botschaft und die gewaltige Kraft, die von Carlebach ausging, ist bis heute zu spüren, auch bei der Jugend, stellte Brukner fest. Dabei sei Rabbiner Carlebach stark im chassidischen Gedankengut verwurzelt gewesen. Mit einer kleinen Geschichte unterstrich er eine wichtige Botschaft des singenden Rabbis – die Frage: Warum und wozu bist du gerade jetzt an dem Ort, an dem du stehst? Ein Stück dieses Abends nahm sich dann mancher Besucher als CD mit.



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