Wuppertal

A Chorus Line

Gemeinde und Musikschule führen eine Show mit Gesang und Tanz auf

14.01.2010 – von Annette KanisAnnette Kanis


Generationsübergreifend Für das Musical Jankele hatte sie zum einen bekannte Choreografien bühnentauglich bearbeitet und teilweise von der Kreisformation gelöst, zum anderen für manche Stücke Schrittfolgen neu zusammengestellt. Die jüngsten Mitwirkenden sind fünf Jahre alt, dazu kommen Jugendliche und Erwachsene, insgesamt 42 Tänzerinnen und Tänzer. Es sind zu einem Großteil Mitwirkende aus ihren Tanzgruppen der Musik- und Kunstschule Remscheid, die regelmäßig in ihre Kurse über israelische Volkstänze kommen. Zunächst sei nach Altersgruppen getrennt geübt worden, dann gemeinsam, erzählt sie.

Vor drei Jahren hatte Beate Morvai bereits ein ähnliches Projekt erarbeitet. Dieses sei jedoch ausschließlich auf Tanzgruppen begrenzt gewesen. Sie nannte es: eine jüdische Hochzeit. Das jetzige Stück kann man als Fortsetzung sehen, die durch die Chorbeteiligung an Lebendigkeit und Vielfalt noch gewinnt.

Nicht immer sei es einfach gewesen, die Proben mit den rund 70 Beteiligten im Alter von fünf bis 80 Jahren zu koordinieren, erzählt Rokella Verenina. Es sei schon schwierig gewesen, einen Raum zu finden, der groß genug für die gemeinsamen Proben war. Man fand eine Sporthalle einer Remscheider Schule. Nur einmal konnten sie am eigentlichen Aufführungsort, dem Teo-Otto-Theater, proben.

Neuland »Wie dort die technischen Gegebenheiten sind, müssen wir sehen«, sagt Rokella Verenina. Noch weiß sie nicht, ob die Mikrofone ausreichen, wie die Akustik für ihren Chor sein wird, wie das Zusammenspiel auf der Bühne funktionieren wird. »Wir müssen irgendwie miteinander kommunizieren, nicht mit Worten, sondern mit Blicken und Gesten«, meint Beate Morvai. Sie bedauert, dass es nicht mehr gemeinsame Proben geben konnte, doch das sei aus finanziellen und logistischen Gründen nicht möglich gewesen.

Trotz aller Hindernisse blicken die Initiatorinnen der Aufführung am Sonntag mit Vorfreude und Aufregung entgegen. Sie sehen die Probenzeit auch ein wenig als jüdisch-christliches Projekt. Die Tänzerinnen und Tänzer sind nicht jüdisch, aber verbunden mit der israelischen Folklore. Manchmal hätte es Verständigungsschwierigkeiten gegeben, da die Chormitglieder nicht so gut Deutsch sprechen würden.

Die Tänzer haben aus der Erzählung viel über jüdische Rituale und ihre Bedeutung gelernt sowie aus den Treffen mit den Chormitgliedern gelernt. »Es gab persönliche Begegnungen, die sonst nicht stattgefunden hätten. In ihnen erfährt man mehr als in Büchern oder Filmen. Und man verliert dabei die unnötige Distanz«, erzählt Chorleiterin Rokella Verenina. Tanzlehrerin Beate Morvai ergänzt: »Es war wirklich eine sehr schöne Zusammenarbeit.«

Für die Zukunft wünscht sie sich, dass solch eine jüdisch-christliche Zusammenarbeit nichts Besonderes mehr darstellt. Beide Initiatorinnen sind stolz auf ihre engagierten Mitwirkenden. »Es sind alles Laien«, betont Beate Morvai. »Uns ist nicht wichtig, dass es perfekt wird, sondern, dass wir es geschafft haben, beide Gruppen zusammenzuführen und das Projekt zu realisieren.«



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