Wuppertal

A Chorus Line

Gemeinde und Musikschule führen eine Show mit Gesang und Tanz auf

14.01.2010 – von Annette KanisAnnette Kanis


»Chalomot«, »Träume« heißt das erste Lied, das erklingt und die Eingangsszene begleitet: Ein Paar hat geheiratet und erwartet ein Kind. Es soll Jankele heißen. Dies ist auch der Titel des Musicals über eine jüdische Kindheit, das der Chor Mazel Tov der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal und die Tanzgruppe Jad Bejad der Musik- und Kunstschule Remscheid gemeinsam erarbeitet haben.

Hinter diesem Projekt mit mehr als 70 Beteiligten stehen zwei Frauen: die Chorleiterin Rokella Verenina und die Tanzpädagogin Beate Morvai. Vor eineinhalb Jahren war die Idee entstanden, ein solches Musikprojekt in Angriff zu nehmen. Nun ist aus dieser Idee ein etwa einstündiges Programm geworden, das am kommenden Sonntag im Teo-Otto-Theater in Remscheid aufgeführt wird.

»Es ist kein Musical im klassischen Sinn«, erläutert Rokella Verenina. So gäbe es fast keine Solonummern, Tanz- und Musik seien eher getrennt. »Ich würde es als eine abwechslungsreiche Show beschreiben«, so die Chorleiterin, die sich gemeinsam mit Beate Morvai den Ablauf der Geschichte ausgedacht hat.

Das Stück erzählt mithilfe hebräischer und jiddischer Lieder sowie israelischer Volkstänze die Geschichte von Jankeles Geburt bis zu seiner Jugend in irgendeinem Land. Strukturiert ist sie durch religiöse Motive wie Britmila und vor allem die Barmizwa: Jankele hat keine Lust, für seine bevorstehende Religionsmündigkeit zu lernen, was seinen Eltern Sorgen bereitet. Doch dann wendet sich das Blatt, der Junge ist einsichtig und der Festtag kann kommen.

Die Geschichte wird im begleitenden Programmheft erläutert. Hierin sind auch die Liedtexte übersetzt, was zum Verständnis der Handlung beiträgt. Auf der Bühne stehen Gesang und Tanz im Vordergrund. Einige der aufgeführten Lieder zählten bereits zum Repertoire des Gemeindechores, andere studierten die rund 30 Sängerinnen und Sänger für die Aufführung neu ein. Darunter das wohl bekannteste jiddische Schlaflied Jankele, das dem Stück seinen Namen gab.

Arrangements »Wir haben traditionelle und moderne israelische Lieder gemischt, religiöse sowie Kinderlieder«, umschreibt Rokella Verenina die musikalische Zusammenstellung. Gemeinsam mit ihrem Mann und einem Bekannten hatte sie die Orchesterbegleitung selbst produziert. Das heißt, jedes Instrument wurde einzeln am Keybord gespielt, aufgenommen und dann am Computer bearbeitet.

Die israelischen Volkstänze studierte Beate Morvai mit ihren Tanzgruppen ein. Die Tanzpädagogin reist regelmäßig nach Israel und hat bereits zahlreiche Seminare israelischer Choreografen besucht. Der israelischen Folklore ist die 52-Jährige seit 30 Jahren verbunden und von ihr begeistert. »Die israelische Folklore hat mich immer am meisten beflügelt. Ich empfinde sie weniger erdig als andere Volkstänze, sie vermittelt durch ihre Leichtigkeit eher ein Gefühl, als ob man in den Himmel tanzt«, versucht sie ihre Eigenheit zu charakterisieren. »Es gibt keinen Tanz, bei dem nicht auch das Herz berührt wird.«



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