Interview
»Wir setzen auf Stammgäste«
Marian Offman und Moris Lehner über das neu geführte Restaurant der IKG
14.01.2010 – von Miryam Gümbel
Koscheres Essen – bedeutet das nicht auch ein höheres Preisniveau?
Lehner: Als Körperschaft des öffentlichen Rechts machen wir mit dem Restaurant keine Gewinne, sondern achten auf einen Ausgleich von Einnahmen und Ausgaben. So können wir zum Beispiel für den Mittagstisch ein Zweigängemenü für 6,90 € anbieten. Auch die anderen Preise sind moderat und liegen überwiegend unter 10 € und für ganz besondere kulinarische Köstlichkeiten unter 20 € pro Gericht.
Was wird das Restaurant sonst noch bieten?
Offman: Im Mittelpunkt steht die koschere Küche. Und die bieten wir in den Räumen des Restaurants ebenso wie in der Mensa von Schule und Kindergarten. Wir denken darüber hinaus aber auch an ein Catering-Angebot in unterschiedlichem Umfang oder beispielsweise an den Verkauf von Chalot vor Schabbes. Für die Entwicklung des gemeindeeigenen Restaurants wird die Rückgewinnung von Veranstaltungen in unser Haus von ganz besonderer Bedeutung sein. Vor dem Hintergrund der neuen Konstellation werden wir auch in diesem Bereich attraktive Preise anbieten können. Zudem verfügen wir im neuen Gemeindezentrum mit dem wunderschönen und optimal ausgestatteten Gemeindesaal und mit dem sehr anspruchsvoll gestylten Restaurant über ein ganz besonderes Ambiente. Außerdem beschäftigen wir mit der Restaurantmanagerin Andrea Rammel, dem Chefkoch Jan Osterwalder und der weiteren Mannschaft ein erfahrenes und hervorragendes Team.
Sind die Gemeindemitglieder in Zukunft die einzige Zielgruppe für das Restaurant?
Lehner: Unsere Gemeindemitglieder sind – wenn Sie so wollen – unsere natürlichen Kundinnen und Kunden. Eine weitere Zielgruppe sind jüdische Touristen in München und im Besonderen natürlich auch nichtjüdische Gäste. Vor allem im Zusammenhang mit den Führungen – die nach wie vor einen großen Zuspruch finden – versprechen wir uns zusätzliche Gäste, die nun verstärkt jüdische Spezialitäten kennenlernen können. Mit Blick auf den Mittagstisch setzen wir auch auf künftige »Stammgäste« aus der Umgebung. Die neue Preisgestaltung wird sicherlich auch zu anderen Tageszeiten sogenanntes Laufpublikum anziehen. Die Erfahrungen der letzten Tage jedenfalls stimmen uns sehr positiv.
Das klingt alles sehr positiv. Aber wichtig ist natürlich auch die kontinuierliche hohe Qualität der Küche. Wie wollen Sie diese sicherstellen?
Offman: Das Feedback der Gemeindemitglieder ist dabei von großer Wichtigkeit. Sie sollen Einfluss auf die Zusammenstellung der Speisekarte und auf die Qualität der Küche nehmen können. Konstruktive Kritik und Vorschläge sind hier stets willkommen. Geplant sind zudem wechselnde Angebote, damit die hoffentlich häufig und stetig kommenden Gäste ein stets abwechslungsreiches Angebot finden. Zudem werden wir im Vorstand die Belange des Restaurants und der Gäste stets im Auge behalten. Was wir erreichen wollen, ist ein wirklich authentisches Restaurant der Gemeinde. Der dort servierte Gefillte Fisch – und nicht nur dieser – sollen europaweit Synonym für eine hervorragende jüdische Küche am Jakobsplatz werden. Eine erste Kostprobe in großem Rahmen gibt es beim Opening am kommenden Sonntag ab 11 Uhr bei einem großen Brunch.
Mit Marian Offman und Moris Lehner sprach Miryam Gümbel.
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