Interview

»Wir setzen auf Stammgäste«

Marian Offman und Moris Lehner über das neu geführte Restaurant der IKG

14.01.2010 – von Miryam GümbelMiryam Gümbel


Herr Lehner, Herr Offman, Ende vergangnen Jahres wurden Sie als Vizepräsidenten der Münchner Gemeinde gewählt. Welche sind derzeit Ihre besonders vordringlichen Aufgaben?
Offman: Neben unseren Zuständigkeiten – Moris Lehner vorrangig für Kultus und Finanzen, ich betreue insbesondere die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Kultur – gehört das Gemeinderestaurant zu den der- zeit vordringlichen Anforderungen.

Das koschere jüdische Restaurant soll künftig in eigener Regie der Gemeinde geführt werden. Wie ist es dazu gekommen?
Lehner: Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass eine erfolgreiche Bewirtschaftung des Restaurants durch einen Unternehmer schwierig ist. Da wir aber nach unseren Statuten verpflichtet sind, ein glatt koscheres Restaurant zu betreiben, haben wir uns für die Führung des Restaurants in eigener Regie entschieden. Präsidentin Charlotte Knobloch hat mich und meine beiden Kollegen Marian Offman und Markus Baur beauftragt, das neue Vorhaben mit Rat und Tat zu begleiten. Markus Baur hat sich als Rechtsanwalt im Zusammenhang mit dem Restaurant insbesondere um die juristischen Fragen gekümmert.

Die Idee der Eigenregie ist also aus einer schwierigen Situation heraus geboren?
Offman: Ja und nein. Wobei die neuen Chancen im Vordergrund stehen. Genau auf diese setzen wir, denn nun ist das Restaurant wirklich das Restaurant der Gemeinde. Die Mitwirkung der Gemeindemitglieder und deren Ansprüche und Erwartungen stehen im Vordergrund. Wir wünschen uns einen verstärkten Besuch, aber auch Anregungen für das Restaurant. Wo man sich wohl fühlt, dorthin kommt man auch gerne. Viele unserer Gemeindemitglieder sind bekannt für ihre exzellente jiddische und israelische Küche zu Hause. Was also spricht dagegen, die Rezepturen unserem Küchenchef zu verraten? Auf diese Weise werden die jiddischen Gerichte aus vergangenen Tagen in unsere Zeit hinübergerettet und, wenn gewünscht, wird auf der Speisekarte auch der Name der Überbringer der Köstlichkeit stehen. Chefkoch Jan Osterwalder würde sich über fachkundige Tipps freuen. Das gilt auch für unsere Restaurantmanagerin Andrea Rammel.

Die Küche des neuen Restaurants wird also israelisch und jiddisch sein?
Lehner: Die Hauptkritik an der bisherigen Küche war, dass obschon koscheres Essen angeboten wurde, die Küche häufig keinen oder zu wenig traditionellen jüdischen Hintergrund hatte. Wir wollen nun vorwiegend eine israelische und jiddische Küche bieten. Daneben werden natürlich auch andere Geschmacksrichtungen auf der Speisekarte zu finden sein.



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