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Entspannte Lage

Wie die Gemeinden mit Schnee, Eis und Kälte zurechtkommen

14.01.2010 – von Elke WittichElke Wittich


Fahrdienste Ruben Herzberg, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Hamburg, berichtet, dass »gerade die älteren Gemeindemitglieder besonders große Probleme« haben. »Wir haben für Hilfebedürftige einen kleinen Fahrdienst organisiert, der aber natürlich mit dem jetzigen Bedarf nicht mithält.«Das Gemeindeleben sei aber nicht zum Erliegen gekommen, »aber natürlich haben die Senioren sehr große Angst davor, auf den glatten Bürgersteigen zu stürzen. Wir streuen und räumen selbstverständlich, aber wie es auf dem gesamten Hin- und Rückweg zur Gemeinde aussieht und ob diese Wegstrecken gefahrlos passierbar sind, weiß man nicht.« Es sei zwar »nun wirklich nicht so, dass unsere Gemeindemitglieder zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee sehen«, sagt Victoria Ladyshenski von der Jüdischen Gemeinde Kiel und lacht. Für die mehrheitlich aus der ehemaligen Sowjetunion Zugewanderten habe Daisy gleichwohl eine neue Situation gebracht: »So ein Wetter haben wir in Schleswig-Holstein noch nie erlebt.« Das Problem sei weniger der Schnee, »damit kann man fertig werden«, sondern viel mehr der Wind, der zu heftigen Verwehungen und deswegen in der Region zu Straßensperren und Zugausfällen geführt habe. Auch in Kiel sind besonders die älteren Gemeindemitglieder von Schnee und Glätte betroffen. »Viele trauen sich nicht mehr aus dem Haus, außerdem fahren die öffentlichen Verkehrsmittel nicht mehr so regelmäßig«, berichtet Viktoria Ladyshenski. Zum Gottesdienst seien trotzdem genügend Leute gekommen, »aber wir haben es im Voraus so gemacht, dass wir unsere Minjanim angerufen haben. Viele wohnen in der Nähe.«

Auch die Berliner Polizisten, die Synagogen und andere jüdische Einrichtungen bewachen, mussten in den vergangenen Tagen keine allzu großen Belastungen hinnehmen. Für sie gab es zusätzlich heiße Getränke. Warme Kleidung steht ihnen ohnehin zur Verfügung. Zudem wurde dort, wo es ging, zusätzliches Personal eingesetzt, damit die üblichen Wachzeiten etwas kürzer und die Pausen – zum Aufwärmen drinnen – länger wurden. Die neuen metallfarbenen Häuschen bieten ihnen bei klirrender Kälte jedoch keinen besseren Schutz als die alten. Auch sie verfügen über keine Heizung. Und trotz aller Probleme: »Ist dieses winterliche Bild, das sich uns derzeit bietet, nicht wunderschön?«, fragt Viktoria Ladyshenski.



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