Terror
Die Raketen sind zurück
Palästinenser feuern wieder aus dem Gasastreifen auf den Süden Israels
14.01.2010 – von Sabine Brandes
Abwehrsystem Hoffnung auf mehr Ruhe verspricht die »Eiserne Kuppel«. Das Abwehrsystem für Kurzstreckenraketen hat in den vergangenen Tagen erfolgversprechende Tests durchlaufen und funktioniert offenbar zuverlässig. In Stellung gehen soll es im Mai und nicht nur Kassams und Grads abschießen, bevor sie Schaden anrichten können. Es soll auch erkennen, welche Geschosse zu vernachlässigen sind, weil sie in unbewohnter Gegend landen würden. Die Firma »Rafael Advanced Defense Systems« hat das System innerhalb von zweieinhalb Jahren mitentwickelt. Es soll Schutz für Geschosse mit einer Reichweite von vier bis 70 Kilometer bieten. Damit würden Kassams der Hamas, Katjuschas der Hisbollah und sogar iranische Fadscher-Raketen abgefangen werden können, die im Gasastreifen in Umlauf sind. Um den gesamten israelischen Süden und Norden auszustatten, würden um die 20 dieser Geräte benötigt, jedes einzelne kostet etwa zehn Millionen Euro. Die Eiserne Kuppel soll Teil eines mehrschichtigen Abwehrmechanismus werden. Dazu gehören der »Zauberstab« für Mittelstrecken- sowie das System mit Namen »Pfeil« für Langstreckengeschosse.
Die meisten Politiker der südlichen Gefilde zeigen sich ob des Abwehrsystems erfreut, haben jedoch auch ihre Zweifel. Der kommissarische Bürgermeister von Aschkelon, Schlomo Cohen, ist froh, dass die Eiserne Kuppel kommt, wünscht sich genauere Details, wann und wie es eingesetzt werden soll. Außerdem macht er klar, dass die Regierung trotzdem nicht umhin kommt, in zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für Schulen und Kindergärten zu investieren. »Wenn man die Kosten des Systems mit der Sicherheit für die Bildungseinrichtungen vergleicht, ist es lächerlich wenig für Letzteres. Das muss in jedem Fall auch gemacht werden.«
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