Sehen!

Propaganda und Fake News

Eine neue Phoenix-Doku erzählt vom Schicksal des Kaufmanns Joseph Süßkind Oppenheimer

14.12.2017

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Der Dokumentarfilm Die Akte Oppenheimer erzählt das Schicksal des jüdischen Kaufmanns Joseph Süßkind Oppenheimer (ca. 1698–1738), dem wirtschaftspolitischen Berater des Herzogs Karl Alexander von Württemberg, der nach dessen Tod als Sündenbock einer politisch motivierten, judenfeindlichen Hetzkampagne hingerichtet wurde. Die Filmemacherin Ina Knobloch zeigt auch das erschreckend lange Nachwirken dieser antisemitischen Kampagne über den Nationalsozialismus bis weit in unsere Zeit.

Die historische Spurensuche führt an zahlreiche Originalschauplätze, Gassen, Landschaften und Schlösser, die für das Leben und den Justizmord an Oppenheimer entscheidend waren, und die wahre Person des Joseph Süßkind Oppenheimer hinter dem späteren propagandistischen Zerrbild des »Jud Süß« wird rekonstruiert. Auch zeigt der Film die manipulativen Strategien, mit denen antisemitische »Fake News«-Kampagnen arbeiten, damals wie heute. So zeigen die Gerichtsakten von 1737/38 mit welcher massiven Folter politische Gegner des Herzogs versuchten, Oppenheimer – gegen den nichts vorlag – zu einem falschen Geständnis zu zwingen.

Goebbels Das dunkle Erbe der Propaganda gegen Oppenheimer gipfelt in dem Propagandafilm Jud Süß von Veit Harlan von 1940, den Goebbels in Auftrag gegeben hatte. Die antijüdischen Stereotype, wie sie in Jud Süß inszeniert wurden, hatten langfristige Nachwirkungen im Deutschland der Nachkriegszeit.

So kommen hier erstmals Tonbandaufnahmen zu Gehör, die der Medienwissenschaftler Friedrich Knilli während Vorführungen des Nazi-Films in den 70er- und 80er-Jahren von Publikumsreaktionen machte. Einige Zuschauerreaktionen machen deutlich, dass antisemitische Propaganda bei Weitem nicht von allen als solche erkannt und verurteilt wurde.

Der heutige UFA-Geschäftsführer Nico Hofmann spricht im Interview offen über dieses dunkle Kapitel in der Geschichte des traditionsreichen Filmstudios, in dessen Kinopalast am Berliner Zoo der Film unter Anwesenheit hochrangiger Nazi-Führer Premiere hatte. Ein hintergründiger Dokumentarfilm über die lange Geschichte, manipulative Mechanismen und das dunkle Erbe antisemitischer »Fake News« in Deutschland. ja

»Die Akte Oppenheimer. Das dunkle Erbe antisemitischer Fake News«. Samstag, 16. Dezember, 21.45 Uhr auf Phoenix

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken
Jüdische Allgemeine ePaper
Die Wochenzeitung als ePaper
Cover der Jüdische Allgemeinen vom 19.04.2018

Ausgabe Nr. 16
vom 19.04.2018

Zum Angebot

Fotostrecken

BDS

BDS-Bewegung – zum Dossier

Boycott Divestment Sanctions

Zum Dossier

Wieso Weshalb Warum

Religiöse Bräuche und Begriffe

mehr…

Sprachgeschichte(n)

Über die Herkunft gängiger Wörter wie Pleite, Knast und Polente

mehr…

Anzeige

Gottesdienste

Gottesdienste in den Jüdischen Gemeinden

Glossar

Glossar

Gemeinden

Juedische Gemeinden

Service

Service

Wetter

Wetter - Frühling
Berlin
13°C
regenschauer
Frankfurt
15°C
wolkig
Tel Aviv
20°C
heiter
New York
14°C
wolkig
Zitat der Woche
»An Transsexuelle und Juden haben wir uns
noch nicht herangetraut.«
Die belgische TV-Produzentin Kato Maes begründet das Konzept der Show »Taboe«,
Witze über dicke und behinderte Menschen zu reißen.