Berlin

Musik am Brandenburger Tor

Die »Holocaust Survivor Band« und der israelische Sänger Gad Elbaz gaben ein Konzert in der Stadtmitte

07.09.2017 – von Gerhard Haase-HindenbergGerhard Haase-Hindenberg

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Die zweisprachig formulierte Aufforderung wurde über Facebook verbreitet und von Chabad-Rabbiner Yehuda Teichtal via Rundmail weitergeleitet: »Sei dabei, mach mit, be proud, be Jewish!« Die angekündigte »Jewish Parade« kam zwar nicht dabei heraus, eine »historische Aktion gegen Antisemitismus« aber allemal – und eine aufwendige künstlerische Herausforderung zudem. Die etwa 200 Teilnehmer sahen sich nämlich überraschend als Teil eines musikalischen Projekts.

Unterbrochen von kurzen generationsübergreifenden Ansprachen – etwa eines Vertreters der jüdischen Studentenorganisation Studentim und des aus Florida angereisten Schoa-Überlebenden Maurice Dan – wurden am Mittwoch vor dem Brandenburger Tor Teile eines Musikvideos gedreht.

kulisse Regisseur Daniel Finkelman erschien auf dem Filmset. Auf der letzten Berlinale erregte sein in Jiddisch gedrehter Dokumentarfilm Menashe über eine ultraorthodoxe Gemeinde in Brooklyn einiges Aufsehen. Nun drehte er mit dem israelischen Sänger Gad Elbaz ein Musikvideo, und die Kundgebung gegen Antisemitismus gab die Kulisse dafür her. Eine Idee, die auch dadurch an Bedeutung gewann, dass zwei 90-jährige Musiker aus Florida beteiligt waren, die sich »Holocaust Survivor Band« nennen.

»Let the Light Shine On« – schon der Titel macht klar, worum es den Veranstaltern ging. »Wir wollen in die Dunkelheit von Hass und Toleranz ein Licht von Liebe, Respekt und Toleranz setzen«, erklärte Daniel Finkelmann der Jüdischen Allgemeinen.

Unter den Teilnehmern fanden sich auch einige junge Berliner Juden, die in diesem Sommer auf dem Machane im spanischen Marbella Elbaz’ Song als Flashmob choreografiert hatten. Ihren Tanz führten sie nun an der Stelle auf, wo vor 84 Jahren SA-Stiefel zu Hitlers Machtergreifung marschierten.

lampions Begeistert stellt die 15-jährige Muslimin Bakarim, deren Eltern einst aus Pakistan nach Deutschland kamen, fest: »Es ist sehr schön, wie Juden ihre Tradition feiern können. Ich finde, alle Religionen sollen lieber miteinander leben als gegeneinander.«

Nach Drehschluss am Brandenburger Tor fuhr ein Bus mit jüdischen Berliner Schülern zu einem anderen historischen Ort: der Glienicker Brücke, einstmals ein Denkmal der deutschen Teilung zwischen Potsdam und Berlin. Dort ließen sie vor laufender Kamera fliegende Lampions in den nächtlichen Himmel aufsteigen und gestalteten so ein eindrucksvolles Schlussbild für das Musikvideo »Let the light shine on«.

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