Auszeichnung

Verdienstorden für Renate Aris

Chemnitzerin für Engagement geehrt

09.06.2016 – von Olaf GlöcknerOlaf Glöckner

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Die Chemnitzerin Renate Aris ist mit dem Sächsischen Verdienstorden geehrt worden. Die heute 80-Jährige ist eines der aktivsten Mitglieder in der Jüdischen Gemeinde Chemnitz und zählte zu jenen Frauen und Männern, die die Kehille im damaligen Karl-Marx-Stadt nicht aufgaben.

»Wir sind häufiger gefragt worden, ob denn ein Fortbestehen der Gemeinden noch Sinn macht – ohne junge Familien, ohne Rabbiner, ohne Kantor. Aber eine Schließung, da waren wir uns einig, bildete überhaupt keine Option«, sagt sie der Jüdischen Allgemeinen.

Dresden Die Familie von Renate Aris stammt aus Dresden. Ihrer drohenden Deportation in das Konzentrationslager Theresienstadt im Februar 1945 entkam sie nur durch den Luftangriff der Alliierten, der die Infrastruktur der Innenstadt auf einen Schlag komplett zerstörte.

Nach dem Krieg übernahm Familie Aris Verantwortung in der neu gegründeten Jüdischen Gemeinde in Dresden. Mehr als 30 Jahre wirkte Renates Vater Helmut Aris dort als Vorsitzender, lange Zeit fungierte ihr Bruder Heinz-Joachim als Geschäftsführer. Renate, die aus beruflichen Gründen während der 60er-Jahre nach Karl-Marx-Stadt zog, wurde auch in der dortigen Gemeinde, die kaum mehr als 20 Mitglieder zählte, rasch aktiv.

Zuwanderung »Wir haben uns immer als Schicksalsgemeinschaft verstanden, aber auch die Tradition hat ihre Bedeutung behalten«, blickt sie zurück. Als zu Beginn der 90er-Jahre die russischsprachig-jüdische Zuwanderung begann, war sie mit den »Alten« zur Stelle, um gemeinsam neue Strukturen zu schaffen. Sie gründete den Jüdischen Frauenverein und wurde mehrfach in den Vorstand der Gemeinde gewählt.

Seit vielen Jahren berichtet Renate Aris in Schulen von ihrem wechselvollen Leben. In der neuen Chemnitzer Synagoge organisiert sie regelmäßig Führungen. »Vor allem, wenn ich mit jungen Menschen ins Gespräch komme, äußere ich auch meine Sorgen über neuen Rechtspopulismus«, sagt Aris. »Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schnell sich das gesellschaftliche Klima ändern kann, und sollten mit offenen Augen durch die Welt gehen.«

Für dieses vielfältige Engagement würdigte sie nun der Freistaat mit dem Verdienstorden.

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Fotostrecken

Unser Blog aus Israel

BDS

BDS-Bewegung – zum Dossier

Boycott Divestment Sanctions

Zum Dossier

Wieso Weshalb Warum

Religiöse Bräuche und Begriffe

mehr…

Sprachgeschichte(n)

Über die Herkunft gängiger Wörter wie Pleite, Knast und Polente

mehr…

Anzeige

Gottesdienste

Gottesdienste in den Jüdischen Gemeinden

Glossar

Glossar

Gemeinden

Juedische Gemeinden

Service

Service

Wetter

Wetter - Frühling
Berlin
3°C
wolkig
Frankfurt
-1°C
wolkig
Tel Aviv
17°C
heiter
New York
10°C
regen
Zitat der Woche
»Altjüdische Geldanlage-Strategie liegt
seit Jahrhunderten richtig.«
»Focus Online« rät zu einer »jahrhundertealten Anlage-Regel«,
die »immerwährende Gewinne« verspricht.