Wieso Weshalb Warum

Besamim

Religiöse Begriffe aus der Welt des Judentums

28.06.2012 – von Chajm GuskiChajm Guski

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Gelegentlich erscheinen Fragen zu banal, deshalb traut man sich nicht, sie zu stellen. Das passiert vor allem, wenn es um Dinge geht, die einem oft begegnen. Die Hawdala, die häusliche Zeremonie bei Ausgang des Schabbats, ist so ein Thema. Der Ablauf ist klar, aber was ist mit den Details?

Rabbiner Josef Karo (1488–1575) hat den Ablauf recht eindeutig im Schulchan Aruch beschrieben. Man kann ihn auch in jedem Siddur lesen, wir erwarten also keine Überraschungen. Karo schreibt (Orach Chajim 196), am besten könne man sich den Ablauf mithilfe des Wortes »Jawneh« merken. Es steht für Jajin (Wein), Besamim (Gewürze), Ner (Licht) und Hawdala, also die eigentliche Unterscheidung zwischen dem heiligen Schabbat und dem profanen Wochentag durch einen gesprochenen Text. Erst kommt der Segen über den Wein, dann über die Gewürze und dann über das Licht.

Eine Diskussion über den Ablauf der Hawdala begegnet uns auch im Talmud – doch nicht im Traktat Schabbat, wie man erwarten würde, sondern überraschenderweise im Traktat Pessachim (103a/b), das sich mit den Vorschriften des Pessachfestes beschäftigt.

Dass man einen überlaufenden Becher koscheren Weins braucht, ist klar, auch die geflochtene Kerze ist nahezu symbolisch für die gesamte Hawdala. Aber was ist mit den Gewürzen? Welche darf man verwenden und welche nicht? Bei einigen Judaica-Anbietern kann man kleine Beutel kaufen. Handelt es sich dabei um eine »richtige«, ja »autorisierte« Mischung?

Bracha Die Antwort ist enttäuschend und entspricht nicht dem, was man erwartet hat: Es gibt keine Vorgaben dazu, welche wohlriechenden Gewürze verwendet werden sollen. Selbst mit Nelken gespickte Orangenschalen kommen offenbar ohne Probleme zum Einsatz. Die einzige Frage, die man sich stellen muss, ist, ob das Gewürz dem Zweck dient, gut zu duften und man darüber als »Duft« eine Bracha sprechen darf. Wenn dies der Fall ist, darf man das Gewürz verwenden (Schulchan Aruch, Orach Chajim 217).

Wenn das Gewürz essbar ist und zudem gut riecht, dann benötigt es keinen Extra-Segensspruch und kann dementsprechend bei der Hawdala nicht verwendet werden. Gleiches gilt, wenn ein Duft eingesetzt wird, um einen üblen Geruch zu übertünchen, etwa Deo- oder Raumspray. Dies dürfte auch schlecht in die Besamimdose passen.

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Fotostrecken

Unser Blog aus Israel

Rosch Haschana 5778

Rosch Haschana 5778

Schana Towa!

Zum Dossier

BDS

BDS-Bewegung – zum Dossier

Boycott Divestment Sanctions

Zum Dossier

Wieso Weshalb Warum

Religiöse Bräuche und Begriffe

mehr…

Sprachgeschichte(n)

Über die Herkunft gängiger Wörter wie Pleite, Knast und Polente

mehr…

Anzeige

Gottesdienste

Gottesdienste in den Jüdischen Gemeinden

Glossar

Glossar

Gemeinden

Juedische Gemeinden

Service

Service

Wetter

Wetter - Sommer
Berlin
17°C
regenschauer
Frankfurt
18°C
wolkig
Tel Aviv
29°C
heiter
New York
26°C
wolkig
Zitat der Woche
»Wir werden kein zweites Israel dulden.«
Der irakische Vizepräsident Nuri al-Maliki vor dem kurdischen
Unabhängigkeitsreferendum im Nordirak Ende September